Aufgefahren in den Himmel

5. Mai 2016


Vierzig Tage nach Ostern feiern wir Christi Himmelfahrt. Der Auferstandene, der vierzig Tage lang seinen Jüngerinnen und Jüngern erschienen war, dessen verklärter Leib schon auf Seine Erhöhung zu Gott hingedeutet hatte, der Seine Auffahrt selbst ankündigte („Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott“, Joh 20, 17), Er ist nun ganz bei Gott. Er sitzt „zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters“.

Mit dem Heimgang des Sohnes zum Vater endet die irdische Mission Jesu. Der menschgewordene Gott, der greifbare Jesus ist nicht mehr in der konkreten körperlichen Weise präsent, der historisch für alle merkliche Einschnitt, der eine neue Zeitrechnung beginnen ließ, nicht mehr unmittelbar nachzuvollziehen. Das Thomas-Thema der Wahrnehmbarkeit des Göttlichen ist von nun an der Begleiter jedes Menschen in der Nachfolge Jesu.

Mit dem Heimgang des Sohnes zum Vater endet die irdische Mission Gottes aber noch lange nicht. Denn wenn wir Christi Himmelfahrt feiern, so sind es nur noch zehn Tage bis Pfingsten. Mit dem Pfingstereignis beginnt eine neue Zeit, in der die Kirche, gelenkt vom Heiligen Geist, das Erbe Christi verwaltet und in ihren Sakramenten Gottes Liebe zu den Menschen zeichenhaft ausdrückt.

Christi Himmelfahrt ist also nicht der endgültige Abgang Jesu, dem wir wehmütig hinterher schauen, weil er uns verlässt, ja, weil er uns im Stich ließe, sondern der Heimgang Jesu, mit dem Er die Voraussetzung für den nächsten Schritt der Gemeinschaft des Dreifaltigen Gottes mit dem Menschen schafft, denn indem Jesus Seine Menschheit mit zum Vater nimmt, kann die Menschheit insgesamt zu Gott gelangen. Dieses Projekt beginnt zehn Tage später, an Pfingsten, mit dem Aufbau der Kirche Jesu Christi durch den Heiligen Geist.

(Josef Bordat)

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