Auf dem Weg zum Pfingstfest

8. Mai 2016


Es gibt zwei Zeiten, zwei Phasen im Kirchenjahr, in denen wir uns nicht nur auf ein Fest vorbereiten – das geschieht ja viel öfter -, sondern, in denen wir regelrecht warten auf das Kommen Gottes. Da ist zum einen die Adventszeit, in der wir auf das Kommen Gottes in Menschengestalt warten. Und da sind zum anderen die zehn Tage zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten, in denen wir auf das Kommen Gottes in Gestalt des Heiligen Geistes warten.

Wie tun wir das? Oder anders: Wie warten Christen? Antwort: im Gebet. Wir warten im Gebet wie die erste Generation der Christenheit, die Zeitgenossen Jesu, die Jünger, die nach der Himmelfahrt auch im Gebet verharrten. Heute gibt es dazu die Form der Novene. Die Pfingstnovene spannt den Bogen zwischen Himmelfahrt und Pfingstfest. Wir beten darin um das Kommen des Geistes.

Jetzt wissen wir aber – im Gegensatz zu den Aposteln, die nach der Himmelfahrt ziemlich ratlos in den Himmel starren -, dass der Geist kommen wird. Vielmehr: Dass Er schon da ist. Im Glauben des Christen zeigt Er sich in der Gemeinschaft, in der Kirche. Was soll also das Gebet bewirken?

Es geht zunächst um eine Aktualisierung und Konkretisierung der Begeisterung. Klar, der Heilige Geist ist da und Er weht und wirkt, aber das muss man sich auch immer wieder bewusst machen. Dass Gott bei uns ist und bleibt. Dass wird einen Tröster und Begleiter haben. Dass es in der Kirche, deren Geburtstag ja zu Pfingsten gefeiert wird, nicht um menschengemachte Strukturen geht, sondern um geistdurchwirkte Erfahrungen.

Es geht dann aber auch um eine Vertiefung dieses Bewusstseins für den Heiligen Geist als göttliche Person. Pfingsten verweist auf die Dreifaltigkeit. Weihnachten und Ostern geht es um den Sohn, zu Pfingsten um den Heiligen Geist. Sohn und Geist sind Ausflüsse der Liebe und Weisheit des Vaters.

Schließlich geht es um die sieben Geistesgaben, deren Bedeutung für das Glaubensleben es im Gebet zu betrachten gilt: Verstand, Weisheit, Rat, Stärke, Wissenschaft, Frömmigkeit und Gottesfurcht. Ferner um die zwölf Früchte des Heiligen Geistes: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Bescheidenheit, Selbstbeherrschung und Enthaltsamkeit. Genug Stoff für das Gebet an den Tagen vor Pfingsten.

(Josef Bordat)

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