Tu quoque, Rotes Kreuz?

13. Mai 2016


Oder: Si tacuisses, Spendenempfänger mansisses. Aber nicht so!

Dass die Katholische Kirche in Foren und Kommentarspalten für Abermillionen Tote verantwortlich gemacht wird, ist nicht neu. Dass dies nicht das Ergebnis geschichtswissenschaftlicher Forschung, sondern großer Voreingenommenheit ist, auch nicht.

Neu ist jedoch, dass sich das Rote Kreuz, eine an und für sich ehrenwerte Einrichtung, die tatsächlich viel Gutes getan hat und immer noch tut, dieser unwissenschaftlichen Polemik blind anschließt.

In einer Werbeanzeige stellt sie den (nach eigenen Angaben) 41,52 Millionen Geretteten eine Zahl von 17 Millionen von der Katholischen Kirche Getöteten gegenüber. Ebenfalls nach eigenen Angaben.

Auschnitt aus einem Screenshot der Anzeige, wie sie derzeit in den Sozialen Medien kursiert.

Auschnitt aus einem Screenshot der Anzeige, wie sie derzeit in den Sozialen Medien kursiert.

Nun ist es ja so, dass man in der Werbung zwar übertreiben, aber nicht vorsätzlich grob irreführen darf. Ich denke, eine solche Zahlenangabe erfüllt den Tatbestand der Irreführung. Menschen zu betrügen – das hat das Rotes Kreuz eigentlich nicht nötig.

Schade, Rotes Kreuz.

(Josef Bordat)

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