Ecce homo

21. Mai 2016


In wenigen Tagen beginnt in Leipzig der 100. Katholikentag. Dessen Leitwort lautet: „Seht, da ist der Mensch“ (Joh 19, 5).

Dieser Satz fällt in der Passion Christi nach Johannes – eben jenes Evangelisten, der nicht nur den Anspruch hat, zu berichten, was vorfiel, sondern der zugleich an vielen Stellen mit seiner Deutung über die Ereignisse hinausweist.

In der Darstellung des Passionsgeschehens geht es Johannes auch um das Wesen des Menschen: Ecce homo, lässt er Pilatus sagen und der aufgebrachten Menge damit Nachhilfe in Sachen Menschlichkeit und Menschenwürde erteilen.

Im Ecce homo wird deutlich – angesichts des von der Folter gezeichneten Christus –, dass der Mensch niemals seine Würde verliert: Wie entstellt er auch sein mag, wie fürchterlich wir auch mit ihm umgehen, wie sehr er am Boden liegt, in den Staub gedrückt, gescheitert, behindert, alt, krank – er bleibt doch stets Mensch.

Mehr zum Motto des Katholikentags und zur Aktualität der christlichen Anthropologie in der Tagespost.

(Josef Bordat)

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