Bedingungslos? Der Grund des Einkommens

5. Juni 2016


Das Bedingungslose Grundeinkommen ist am Ende nur eines: inflationstreibend.

Heute stimmt die Schweiz über das Bedingungslose Grundeinkommen ab. Ich hatte mich zu Theorie und Praxis dieses Themas schon vor einiger Zeit geäußert und möchte heute nur einen Gedanken anschließen. Mein Verdacht ist nämlich der: Das Bedingungslose Grundeinkommen ist in erster Linie inflationstreibend, sonst nichts.

Nehmen wir an: Jeder bekommt 1000 Euro. Schön. Also auch Günther, der derzeit für 1000 Euro netto putzen geht. Die richtig dreckigen Klos. Das wird er natürlich nicht mehr tun, sobald er sein Einkommen auch einfacher bekommen kann. Am einfachsten: vom Staat, bedingungslos.

Jetzt gibt es drei Möglichkeiten: Entweder die Klos bleiben dreckig. Das kann keiner wollen. Oder wir haben technische Möglichkeiten der Reinigung ohne menschliche Arbeitskraft. So weit sind wir aber (noch lange) nicht. Oder aber wir finden jemanden, der für 1000 Euro putzt.

Diese Person – Rationalität des Marktgeschehens vorausgesetzt – wird es aber nicht geben, denn wieso sollte jemand für 1000 Euro putzen, wenn er die 1000 Euro schon vom Staat bekommt? Klar, um dann 2000 Euro zu haben. Das ist aber eine schwache Motivation, weil der Grenznutzen sinkt: Jeder hinzugewonnene Euro ist relativ weniger wert.

Die Person wird also mehr verlangen, sagen wir 1500 Euro netto. Dadurch erhöhen sich die Kosten für die Toilettenreinigung um 50 Prozent. Entsprechend wird ein Facharbeiter, der jetzt 1500 Euro netto verdient, sagen: „Ich habe eine hochwertige Fachausbildung, ich will mehr verdienen als eine Putzkraft!“ Also wird er 2000 Euro netto verlangen – eine Steigerung um 33 Prozent. Und so weiter.

Ergebnis: 1. Arbeit wird noch teurer als sie es jetzt schon ist. 2. Es steht dem Einzelnen viel mehr Geld zur Vefügung, was die Nachfrage treibt. Dadurch steigen bei gleichbleibendem Angebot die Preise. Am Ende sind die 1000 Euro nicht mehr viel wert, weil der Warenkorb entsprechend teurer geworden ist.

Oder? Wo liegt mein Denkfehler?

(Josef Bordat)

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