Der Gegenwart ins Stammbuch

20. Juni 2016


Blaise Pascal, der gestern vor 393 Jahren geboren wurde, hat sehr viel und sehr vielseitig gearbeitet. In ganz unterschiedlichen Gebieten hat bis heute Bestand, was er entdeckte und entwickelte. Ob in der Mathematik (Pascalsches Dreieck), der Physik (Pascal als Maßeinheit für den Druck) oder der Theologie (Pascalsche Wette) – überall hinterließ Blaise Pascal Spuren.

Er war zudem ein begnadeter Aphoristiker. Seine Sentenzen sind ebenfalls wie für unsere Zeit geschrieben. Sie sprechen durchaus aktuelle Themen an, sind motiviert von der Desorientierung des Menschen, die offenbar schon im 17. Jahrhundert ein Problem war, und verweisen in klarer Diktion auf die christliche Lösung: auf den Glauben an den dreieinigen Gott.

Einige Kostproben:

Vielfalt, die sich nicht zur Einheit ordnet, ist Verwirrung. Einheit, die sich nicht in Vielfalt gliedert, ist Tyrannei.

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Das einzige, was uns über unser Elend hinwegtröstet, sind die Zerstreuungen. Und doch sind sie unser größtes Elend. Denn gerade sie sind das Haupthindernis, wenn wir über uns selbst nachdenken wollen, und sie stürzen uns unmerklich ins Verderben. Ohne Zerstreuungen litten wir an Langeweile, und diese Langeweile würde uns drängen, ein zuverlässigeres Mittel zu suchen, um uns davon zu befreien; die Zerstreuungen aber unterhalten uns und lassen uns unmerklich dem Tode anheim fallen.

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Gott hat gewollt, das die göttlichen Wahrheiten nicht durch den Verstand ins Herz, sondern durch das Herz in den Verstand eingehen. Denn die menschlichen Dinge muss man kennen, um sie zu lieben, die göttlichen muss man lieben, um sie zu kennen.

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Es gibt nur zwei Arten von Menschen: die Gerechten, die sich für Sünder halten, und die Sünder, die sich für Gerechte halten.

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Es gibt zwei Arten vernünftiger Menschen: Die, die Gott von ganzem Herzen dienen, weil sie ihn kennen, und die, die Gott von ganzem Herzen suchen, weil sie ihn noch nicht gefunden haben.

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Wie wohl fühlt sich der Mensch, wenn er vom vergeblichen Suchen des Heils im weltlichen Leben erschöpft, ermattet, seine Hände zu Gott ausstreckt.
Jesus stellt das Zentrum und das Ziel von allem dar. Wenn man ihn nicht kennt, so vermag man nichts wirklich wahrzunehmen, weder von der Welt noch von einem selbst.

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Außerhalb Christi wissen wir nicht, was unser Leben noch was unser Sterben ist; wissen nicht, was Gott ist noch was wir selber sind.

Starke Sprüche!

(Josef Bordat)

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