Bernhard Lichtenberg. Katechese im Kerzenschein

23. Juni 2016


Bernhard Lichtenberg war Dompropst an Sankt Hedwig und bis zu seiner Verhaftung im Oktober 1941 Leiter des Hilfswerk beim Bischöflichen Ordinariat Berlin, mit dem die Katholische Kirche Verfolgten des Naziregimes die Flucht aus Deutschland ermöglichte und Berliner Juden, die sich im Untergrund versteckten, mit Wohnraum und Lebensmitteln versorgte. Im Mai 1942 von einem Sondergericht verurteilt, starb Bernhard Lichtenberg am 5. November 1943 in Hof, auf dem Weg ins KZ Dachau.

Bernhard Lichtenberg ist ein großes Vorbild für alle Christen. Papst Johannes Paul II. hat ihn 1996 bei seinem Berlin-Besuch selig gesprochen. Aus Anlass des 20. Jahrestages der Seligsprechung Bernhard Lichtenbergs hat das Erzbistum Berlin eine Kerze herausgebracht, die ab sofort im Kathedralforum St. Hedwig erhältlich ist.

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Die Kerze ist wie eine Katechese. Im Zentrum steht dabei das Zitat „Ich werde meinem Gewissen folgen und alle Konsequenzen in Kauf nehmen“. Es zeigt Bernhard Lichtenbergs Geisteshaltung, die dazu geführt hat, dass er nicht nur für uns Katholiken im Erzbistum Berlin als Vorbild leuchtet – wie eine Kerze.

Es geht mir jetzt weniger um den Einstieg in den Devotionalienhandel, als vielmehr darum, dass mit dem Zitat das Wesen des Gewissensgebrauchs auf den Punkt gebracht wird: 1. Die Absicht, dem Gewissen stets zu folgen, auch dann, wenn es zu Handlungen führt, die gesetzeswidrig sind. Und: 2. Die Bereitschaft, dann aber auch die rechtlichen Konsequenzen zu tragen, die daraus resultieren. Bernhard Lichtenberg ist mit seinem klaren Bekenntnis ein großes Vorbild für alle Menschen.

(Josef Bordat)

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