Was in der Rheinischen Post steht. Und was nicht

4. Juli 2016


Irgendjemand hat behauptet, die Lehre der Katholischen Kirche sei mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Weil es keine Priesterinnen gibt. Stand in der Rheinischen Post.

In der Aufassung der Unvereinbarkeit von Kirche und Verfassungsstaat berühren sich zwar nicht Himmel und Erde, aber doch ein außergewöhnlich primitiver Säkularismus, der im (katholischen) Glauben alles Übel der Welt erblickt, und ein kaum minder vulgärer Katholizismus, der immer noch von einer Neunzehntes-Jahrhundert-Kirche träumt – jenseits von Gewissens-, Glaubens- und Religionsfreiheit. Jener rügt die Verfassungsfeindlichkeit der Kirche, dieser die Kirchenfeindlichkeit der Verfassung. Beide rauschen haarscharf am eigentlichen Thema vorbei.

In Wahrheit geht es in der Kirche um einen Ausgleich von Transzendenz und Immanenz nach dem Willen Gottes, zugunsten des Menschen, damit das Sakrale säkular wirksam werden und die Welt durch die sichtbaren Zeichen zum Glauben kommen kann. Stand jetzt nicht in der Rheinischen Post. Muss auch nicht unbedingt.

(Josef Bordat)

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