Dabeisein. Olympische Helden

8. August 2016


Olympia produziert Helden. Das ist nichts Neues. Olympische Helden sind aber längst nicht nur die Medaillensammler, die immer schneller, höher, stärker machen, sondern auch und gerade die, die zu Helden werden, weil sie dabei sind.

Wie die Flüchtlinge, die in Rio dabei sind. Wie die Beachvolleyballerinnen aus Ägypten, die auch dabei sind. Und wie Andreas Toba. Der war auch dabei, als es keiner mehr für möglich hielt.

Nach einer schweren Knieverletzung am Boden quält er sich ans Seitpferd, um der deutschen Mannschaft einen Finalplatz zu sichern. Das kann man unverantwortlich nennen, oder als Ausdruck besonderen Verantwortungsbewusstseins verstehen.

Ein ist klar: Andreas Toba Entscheidung resultierte aus einem jener Duelle zwischen Herz und Verstand, die beim Heldentum selten unentschieden ausgehen. Als Sportler kann man das nachvollziehen.

Man kann es aber auch sehen: Wie oft fordert man von Sportlern, sich „in den Dienst der Mannschaft“ zu stellen. Das hat Andreas Toba ohne jeden Zweifel getan. Mit seinem Dabeisein am Seitpferd. Das ist alles.

(Josef Bordat)

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