Berlin

9. September 2016


Heute vor 25 Jahren kam ich nach Berlin. Nicht zum ersten Mal in meinem Leben, aber das erste Mal, um zu bleiben.

Das war dann schon ein komisches Gefühl, damals. Am Bahnhof Zoo, der im geteilten Berlin und auch noch einige Jahre nach der Wende des Westens völlig unterdimensionierter Fernbahnhof war, begegnete mir ein Gewusel an Menschen, wie ich es von der niederrheinischen Heimat her nicht kannte. Meine erste Station war das Studentenwohnheim in der Potsdamer Straße, das es – soweit ich weiß – heute noch gibt. Mittlerweile saniert, natürlich.

Im Studentenwohnheim konnte ich viele prägende Erfahrungen mit Menschen aus (fast) allen Kulturen und Religionen machen. Das war nicht immer einfach, oft ganz im Gegenteil. Zumeist herausfordernd, manchmal auch irritierend, verwirrend. Aber immer so, dass ich – zumindest im Nachhinein – den Eindruck habe, ich sei daran gereift. Für meinen persönlichen (und nicht immer geraden) Weg im Glauben waren die Begegnungen demnach von unschätzbarem Wert.

Heute vor 25 Jahren kam ich in Berlin an. Und ich blieb. Werde ich wohl noch eine Weile. Bleiben. Und ankommen.

(Josef Bordat)

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