Simon, der Ex-Zelot

28. Oktober 2016


Heute gedenkt die Katholische Kirche der Apostel Simon und Judas Thaddäus. Von beiden wissen wir nur wenig. Simon wird in der Bibel auch „der Zelot“ genannt (Lk 6, 15), Judas als „Sohn des Jakobus“ eingeführt (Lk 6, 16).

Die Zeloten – das Wort bedeutet „Eiferer“ – waren militante Aktivisten, die in kleinen Gruppen für die Freiheit Israels von der Römischen Besatzungsmacht stritten, offen und gewaltsam.

Einige Zeloten zählten zu den Jüngern Jesu, mindestens einer gar zu den Aposteln: Simon. Sie erhofften sich von Jesus Veränderungen ihrer Gesellschaft – von jetzt auf gleich, notfalls auch mit Blutvergießen, gegen einen definierten Feind: die Römer.

Aus deren Sicht waren die Eiferer keine Freiheitskämpfer, sondern schlicht Terroristen, die sie mit asymetrischer Kriegsführung in Atem hielten, ohne ihre Herrschaft je ernsthaft gefährden zu können.

Doch es ist am Ende Jesus, der die Zeloten, die mit ihm zogen, verändert, „denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte“, wie es im Tagesevangelium heißt (Lk 6, 19). Das betrifft Krankheiten, aber auch schädliche Einstellungen, „unreine Geister“ (Lk 6, 18), die das Denken gefangen nehmen.

Die Kraft, die von Jesus ausgeht, macht aus dem Zeloten Simon einen Boten der Guten Nachricht, die er in Liebe zur Wahrheit, in Gewaltlosigkeit und Opferbereitschaft predigt. Simon, der Ex-Zelot, geht dafür bis an die Enden der damals bekannten Welt. Er wird dafür brutal hingerichtet.

(Josef Bordat)

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