Martin – 1700. Teil 1

8. November 2016


Kleine dreiteilige Serie zum 1700. Geburtstag des Heiligen Martin von Tours. Teil 1: Martins Fakten.

Martin ist – geboren in Ungarn, Soldat für Rom, Bischof in Frankreich – ein europäischer Heiliger, zu einer Zeit als das Christentum in Mitteleuropa noch gar nicht richtig Fuß gefasst hatte (4. Jahrhundert). Seit 2005 gibt es zu Martins Ehren einen Kulturweg des Europarats.

Martin gab ein Vorbild christlichen Lebens, ohne Moralist zu sein – er selbst lebte in strenger Askese, ohne von anderen Menschen die gleiche Lebensweise zu erwarten.

Martin hat Klöster gegründet, unter anderem das erste Kloster Europas in Ligugé und das Kloster Marmoutier, das noch heute als Gebäude in Teilen existiert.

Martin hat sich für soziale Gerechtigkeit und religiöse Toleranz eingesetzt – er gilt als Unterstützer der Interessen französischer Bauern und war ein engagierter Fürsprecher unorthodoxer Christen.

Martin wurde über 80 Jahre alt – für die Spätantike ein ungewöhnlich langes Leben.

Der Frankenkönig Chlodwig, der sich um 500 taufen ließ und damit die Phase der Christianisierung Mitteleuropas einläutete, erhob Martin zum Nationalheiligen. Noch heute ist in Frankreich an Martini Feiertag – allerdings zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs. Nette Koinzidenz.

Zahlreiche Kommunen, vor allem Dörfer in Frankreich, Österreich und der Schweiz, sind nach Martin benannt. Auch eine Karibikinsel trägt seinen Namen.

(Josef Bordat)

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