Die Jungfrau von Guadalupe

12. Dezember 2016


Cuauhtlatoatzin, ein Angehöriger des Volkes der Chichimecca, wurde 1474 nahe der mexikanischen Azteken-Metropole Tenochtitlán geboren. 1524 ließ er sich taufen und nannte sich seitdem Juan Diego. Am 9. Dezember 1531 erschien ihm auf dem Berg Tepeyac die Jungfrau Maria, die ihn bat, auf diesem Berg eine Kapelle zu errichten.

Sein Bischof schenkte Juan Diego keinen Glauben, als er ihm von der Begebenheit berichtete. Drei Tage darauf erschien ihm Maria erneut und beauftragte ihn, dem Bischof die Rosen zu bringen, die er (mitten im Winter) am Hang des Berges finden würde. Juan Diego sammelte die Rosen in seinem Umhang und brachte sie zum Bischof.

Als er dort den Umhang öffnete, war statt der Rosen ein Abbild der Muttergottes zu sehen. Sofort gab der Bischof den Bau der Kapelle in Auftrag, neben der Juan Diego bis zu seinem Tod (30. Mai 1548) als Eremit lebte. Die kleine Kapelle wurde später durch eine große Basilika ersetzt, zu Ehren der Jungfrau von Guadalupe (einem Stadtviertel der heutigen Hauptstadt Mexiko-Stadt).

Juan Diego wurde 1990 selig- und 2002 heiliggesprochen. Die neue Basilika Unsere Liebe Frau von Guadalupe aus den 1970er Jahren, in der das Gnadenbild zu sehen ist, zählt mit Platz für 40.000 Menschen zu den größten Kirchen der Welt und mit rund 20 Millionen Besuchern pro Jahr zu den bekanntesten Wallfahrtsorten der Christenheit.

(Josef Bordat)

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