Koreanische Märtyrer

14. Dezember 2016


Vor 150 Jahren, am 13. Dezember 1866, starben die koreanischen Märtyrer Thomas Cho, Petrus Cho, Joseph Cho, Petrus Yi, Bartholomäus Chong, Petrus Son, Joseph Han und Petrus Chong. Sie stehen stellvertretend für tausende Märtyrer der Kirche Koreas.

Im 19. Jahrhundert fallen schätzungsweise 10.000 koreanische Katholiken der Verfolgung zum Opfer. Die Verfolgung der Kirche vollzieht sich in vier Wellen: kurz nach dem Verbot (1801), 1839-1841 (danach musste die Kirche komplett neu organisiert werden, da insbesondere Priester, u. a. der erste Bischof, ermordet wurden), 1846-1850 und schließlich – besonders heftig – in den Jahren 1866-1876 unter Prinzregent Taewongun. Erst mit der Staats- und Gesellschaftsreform im Jahre 1895 ebbt die Christenverfolgung in Korea ab. Es gibt dort am Ende des 19. Jahrhunderts nur noch einige tausend Katholiken.

Im 20. Jahrhunderten führt eine Rehabilitierung der Opfer zu einer weit über den Katholizismus hinausreichenden Verehrung der Kirchenpioniere Koreas. Auch der Vatikan zollt der Geschichte der Kirche in Korea gebührend Respekt: 1925 werden neun, 1968 weitere 24 Märtyrer selig gesprochen. Höhepunkt der noch jungen koreanischen Kirchengeschichte war sicherlich die 1984 – zum 200. Jahrestag der Kirchengründung in Korea – erfolgte Heiligsprechung von 93 koreanischen und 10 französischen Märtyrern der Verfolgungszeit durch Papst Johannes Paul II. Im August 2014 hat Papst Franziskus 124 weitere koreanische Märtyrer seliggesprochen.

Die Märtyrergeschichte der Kirche Koreas hat zu einer starken Identifikation mit dem Katholizismus geführt. Während hierzulande die Zahl der Katholiken sinkt, wächst die Kirche in Südkorea beständig. Etwa 5,7 Mio. Koreaner (11,2 Prozent) sind katholisch; die Zahl der Katholiken ist damit in den letzten zwanzig Jahren um 2,2 Millionen oder 63 Prozent gewachsen (während sie in Deutschland um 3,5 Millionen oder 13 Prozent zurückging). Die katholischen Christen in Südkorea werden von etwa 4.000 koreanischen und 200 ausländischen Priestern betreut. Zudem gibt es in Korea über 10.000 Ordensfrauen. Auch der Kirchenbesuch ist in Korea häufiger als hierzulande: 25 Prozent der Kirchenmitglieder besuchen regelmäßig die Sonntagsmesse, in Deutschland tun dies nur 14 Prozent der Gläubigen.

(Josef Bordat)

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