Beschneidung des Herrn

1. Januar 2017


Im liturgischen Kalender kommt sie nicht mehr vor, in der Kirchenkunst der vergangenen Jahrhunderte schon: die Beschneidung des Herrn. Der Evangelist Lukas berichtet: „Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde“ (Lk 2, 21).

Darstellung der Beschneidung des Herrn am Altar der Sakramentskapelle in der Kathedrale von Barcelona. Foto: JoBo, 4-2014.

Darstellung der Beschneidung des Herrn am Altar der Sakramentskapelle in der Kathedrale von Barcelona. Foto: JoBo, 4-2014.

Beschneidung und Namensgebung machen deutlich: Jesus steht in der Tradition des Judentums, in der die Jungen am achten Tag beschnitten werden (vgl. Gen 17, 12), geht aber mit dem vorherbestimmten programmatischen Namen darüber hinaus: Jesus oder Jeschua bedeutet „Gott rettet“. Und darum geht es bei der Menschwerdung Gottes: um Rettung, um Heil für die Welt.

Des Namens Jesu wird dann übermorgen noch einmal besonders gedacht, bevor dann am nächsten Sonntag die Ablösung vom jüdischen Ritus gefeiert: die Taufe des Herrn. Beschneidung, Namensgebung und Taufe gehören jedoch untrennbar zusammen. Die Feste zum Beginn des neuen Jahres spannen den Bogen von der Geburt zum öffentlichen Auftreten Jesu. Sie bewusst zu feiern, macht uns die Konsequenz der Weihnacht bewusst.

(Josef Bordat)

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