Schneeflöckchen, Sch…röckchen

11. Januar 2017


Schneeflöckchen, Sch…röckchen,
da kommst du geschneit!
Am Tag drauf erhalt ich
den Räumungsbescheid.

Der Weg vor dem Grundstück,
das sei meine Pflicht.
Das Schild „Achtung: Glatteis!“
entlaste mich nicht.

Des Winterdiensts Wagen
steckt mitten im Stau.
„’s liegt Schnee auf der Straße,
jawoll, Chef, jenau!“

Meine Frau ist verärgert.
Ich lächle: „Gemach!
Dann komm ich halt selber
der Räumungspflicht nach.

So gibt’s keine Klagen,
vertrau nur, vertrau!“
Ja, wollt ich doch sagen,
sagt meine Frau.

Der krachende Schneepflug,
der ist ganz schön laut,
was stets dazu beitrug,
dass man ihm blind vertraut.

Doch eigentlich macht er
den Schnee einfach platt.
Der wird dadurch wen’jer,
aber auch ganz schön glatt.

Da muss man dann Rollsplitt
oder Sand noch drauf streu’n.
Wenn man sowas nur hätte,
das würd einen freu’n!

Geriebene Rinde,
Salz, Mehl oder Schorf.
Gröbere Asche.
Was auch geht ist Torf.

Damit Frau Siglinde
nicht ausrutschen tut,
braucht’s – im weitesten Sinne –
zum Streuen ein Gut.

Das krieg ich noch nicht mal
vom Nachbarn geklaut:
Streugut gibt’s wieder,
im März, wenn es taut.

Schneeflöckchen, Sch…röckchen,
ach, bleib, wo du bist!
und wenn schon, dann fall nur,
wo der Winterdienst ist.

Oder fall halt in Holland,
die kennen sich aus,
mit Schnee und dem andern.
Doch verschone mein Haus!

(Josef Bordat)

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