Weltverfolgungsindex 2017

11. Januar 2017


Das hierzulande umstrittene Christliche Hilfswerk Open Doors hat den Weltverfolgungsindex 2017 veröffentlicht.

Die Fakten:

1. Die Christenverfolgung nimmt weltweit zu. Die Gesamtpunktzahl der 50 Länder auf dem Weltverfolgungsindex, die für das gesamte Ausmaß der Verfolgung steht, ist das vierte Jahr in Folge gestiegen: von 3299 im Jahr 2016 auf 3355 im Jahr 2017 – für Open Doors „ein deutliches Indiz dafür, dass die Christenverfolgung weltweit an Dynamik gewonnen hat“.

2. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen hat Open Doors seine vor neun Jahren ermittelte Schätzung von weltweit rund 100 Millionen verfolgten Christen aktualisiert. Die Zahl der Christen, die einem hohen Maß an Verfolgung ausgesetzt sind, liegt demnach weltweit bei über 200 Millionen.

3. In Nordkorea ist die Lage für Christen nach wie vor am schlimmsten. Zum 15. Mal belegt das Land unter einem brutalen stalinistischen Regime den unrühmlichen Spitzenplatz in der Open Doors-Liste.

4. In den sogenannten „failed states“, denen es an geordneter Verwaltung mangelt, nimmt die Christenverfolgung weiter zu. Unter den zehn Erstplatzierten sind sieben solcher „gescheiterten Staaten“ vertreten: Somalia (Platz 2), Afghanistan (Platz 3), Pakistan (Platz 4), Sudan (Platz 5), Syrien (Platz 6), Irak (Platz 7) und Jemen (Platz 9). Hinzu kommen mit dem Iran (Platz 8) und Eritrea (Platz 10) autoritative Regime.

5. Christenverfolgung ist in rund drei Viertel der gelisteten Länder auf „islamischen Extremismus“ (Islamismus) zurückzuführen.

6. Die stärkste Zunahme der Christenverfolgung verzeichnen jedoch asiatische Staaten: Laos (Platz 24), Bangladesch (Platz 26), Vietnam (Platz 17) und Bhutan (Platz 30). Während Bangladesch vorwiegend islamisch geprägt ist, sind in den nicht-islamischen Staaten Laos, Vietnam und Bhutan insbesondere die faktische Verbindung religiöser und ethnischer Identitäten, machtpolitische Auseinandersetzungen und eine insgesamt schlechte Menschenrechtslage für die Verfolgung der christlichen Minderheit ursächlich bzw. wirken dabei verstärkend.

7. Sorgen bereitet die Tatsache, dass die beiden mit Abstand größten Staaten der Erde (China und Indien) nach wie vor auf der Liste vertreten sind (Platz 39 und Platz 15 – Indien gehört damit zu den „Aufsteigern“). Hindu-Nationalismus, Islamismus und Kommunismus degradieren dort Christen zu Menschen zweiter Klasse und behindern die Ausübung der Religionsfreiheit.

Die verfolgten Christen brauchen unsere Solidarität, unser Engagement und vor allem unser Gebet.

(Josef Bordat)

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