Johann Joseph von Görres

23. Januar 2017


Am 23. Januar 1814 erschien die erste Ausgabe des Rheinischen Merkur. Die politische Zeitung wurde von dem katholischen Naturphilosophen Johann Joseph von Görres herausgegeben und erschien viermal in der Woche.

Der Rheinische Merkur wurde schnell zur meistgelesenen deutschsprachigen Zeitung. Görres plädierte darin für den Kampf gegen Napoleon und die Schaffung eines deutschen Nationalstaats. Zwei Jahre nach ihrer Gründung wurde die Zeitung von der preußischen Regierung verboten. 1946 neu begründet, musste der neue Rheinische Merkur 2010 sein Erscheinen einstellen.

Görres blieb publizistisch tätig. Nach Veröffentlichung seiner Schrift Teutschland und die Revolution (1819), in der er einen Umsturz als Reaktion auf die bestehenden Zustände für möglich erklärte, floh er nach Straßburg, um einer drohenden Verhaftung zuvorzukommen. 1827 folgte er einem Ruf an die Universität München und wurde dort Professor für Geschichte. Ab 1838 gab Görres die „Historisch-politischen Blätter für das katholische Deutschland“ heraus. Im Revolutionsjahr 1848 verstarb Görres.

Johann Joseph von Görres und seine Anhänger bildeten Mitte des 19. Jahrhunderts das geistige Zentrum des Politischen Katholizismus’ in Deutschland. Die 1876 gegründete Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft wurde nach ihm benannt, die katholische Bewegung in Preußen, die sich durch die Zentrumspartei ebenso manifestierte wie durch die Laienverbände innerhalb der Kirche und den von diesen getragenen Katholikentag, schlossen an Görres‘ Denken an.

(Josef Bordat)

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