Sie haben Post! – Pauli Episteln

25. Januar 2017


Nach seiner Bekehrung reist Paulus im Mittelmeerraum und bringt so das Evangelium nach Europa. Zahlreiche Gemeinden so genannter Heidenchristen entstehen. Mit ihnen bleibt der Apostel in Kontakt, per Post. Die Briefe des Apostel Paulus gehören zu den zentralen Schriften des Christentums. Insbesondere ihre pastorale Bedeutung ist groß.

Dabei stammen nicht alle Briefe von Anfang bis Ende von Paulus. Etwa drei Viertel des Umfangs der 14 Briefe, die Paulus zugeschrieben werden, stammen nach derzeitigem Forschungsstand tatsächlich aus der Feder des Apostels. Sie werden protopaulinische Briefe genannt.

Unter den protopaulinischen Briefen befinden sich die theologisch wichtigen Schreiben an die Römer, die Korinther und die Galater. Die restlichen Episteln stammen von Mitarbeitern Pauli, die sie in dessen Namen schrieben (deuteropaulinische Briefe) oder stammen aus späterer Zeit (tritopaulinische Briefe). Beim Hebräerbrief ist die Autorenschaft unbekannt.

Dass die Briefe – die ältesten christlichen Schriften überhaupt – offenbar auch geschrieben wurden, um Konflikte innerhalb der jungen Gemeinden zu lösen, zeigt, dass die Kirche von Beginn an dynamisch war und um eine angemessene Deutung und Umsetzung der Botschaft Jesu ringt.

Dass die Kirche trotz der vielfältigen Streitigkeiten heute immer noch existiert, zeigt wiederum, dass in ihr etwas wirkt, das menschliche Erwägungen übersteigt und von Paulus und seinen Mitarbeitern ebenso klar benannt wird wie es zuvor von Christus selbst der Kirche versprochen wurde: der Heilige Geist.

(Josef Bordat)

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