Kritik mit Vernunft

27. Januar 2017


Mittlerweile hat US-Präsident Donald Trump nicht nur vieles angekündigt, sondern einiges auch schon angeordnet. Man muss bei der Beurteilung – wie so oft im Leben – differenzieren, auch wenn es schwer fällt.

Die Job-Initiative, die in Aussicht gestellten Steuersenkungen und vor allem die Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensschutzes sind sicherlich positiv zu bewerten. Auch als Anregung für andere Staaten, gerade in Lateinamerika und in der Karibik, wo in den letzten Jahren – auch unter dem sanften Druck der Obama-Administration – die Debatten über eine Lockerung der gesetzlichen Regelungen zur Abtreibung mit harten Bandagen geführt wurden.

Aber: Mauern bauen, mit Folter drohen und den Zugang zu angemessener Gesundheitsversorgung einschränken – das mag in den USA politische Stärke signalisieren, aus christlicher Sicht liegt Trump damit falsch. Insbesondere dann, wenn man die Ethik des Lebens, die Trump beim Thema Abtreibung dankenswerterweise hochhält, konsequent zuende denkt. Jede biophile Haltung muss sich Folter und einer Verschlechterung der medizinischen Versorgung widersetzen. Und Mauern an der Grenze auch.

US-Präsident Donald Trump hat bereits jetzt dafür gesorgt, dass es neben linker und rechter USA-Kritik nun auch eine vernünftige USA-Kritik gibt. Ich hoffe, sie wird von meinem Staat und meiner Kirche deutlich formuliert werden, ohne zu übersehen, wo Trump Recht hat. Genau das ist gemeint: Kritik mit Vernunft.

(Josef Bordat)

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