Salz und Licht

4. Februar 2017


Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. (Matthäus 5, 13-16)

Das heutige Tagesevangelium stammt aus dem 5. Kapitel des Matthäusevangeliums, ist also ein Teil der Bergpredigt, in welcher Jesus das Gesetz Gottes für die Menschen neu und verbindlich auslegt. Heute wird der normative Teil vorbereitet, indem die Menge direkt adressiert wird: als „Salz der Erde“ (Mt 5, 13), als „Licht der Welt“ (Mt 5, 14).

Gleich nach den Seligpreisungen (Mt 5, 3-12), wird damit noch einmal bekräftigt, dass Jesus keine spirituelle oder gar intellektuelle Elite meint, wenn er „ihr“ sagt, sondern die Menschen, die ihn hören, die „Scharen von Menschen aus Galiläa, der Dekapolis, aus Jerusalem und Judäa und aus dem Gebiet jenseits des Jordan“ (Mt 4, 25), die „vielen Menschen“ (Mt 5, 1). Auch wir dürfen uns angesprochen fühlen.

Wir sind das „Salz der Erde“. Salz der Erde sein, das heißt: Notwendig sein, aber nicht aufdringlich. Mit anderen Worten: Es muss nicht unbedingt bemerkbar sein, dass wir da sind. Es soll aber auffallen, wenn wir fehlen. Vier Vorschläge, wie wir zum „Salz der Erde“ werden können, findet man auf dieser Seite der Gemeinschaft von Taizé: die Menschen um uns herum einen Geschmack am Leben finden lassen, sich für Versöhnung einsetzen, dem Frieden dienen, die Erde bewahren.

Auf diese Weise sind wir dann auch auf dem besten Weg, zum „Licht der Welt“ zu werden. Unser Handeln soll die Welt hell machen, angenehm, lebensfreundlich. Wir sollen unser Licht nicht unter den Scheffel stellen, sollen es leuchten lassen, damit auch wir strahlen und sichtbar werden. Nicht, um unseren Ruhm zu mehren, sondern zur Ehre Gottes, des Vaters.

(Josef Bordat)

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: