Sexualisierte Gewalt im Sport

9. Februar 2017


Eine Studie der Deutschen Sporthochschule Köln und des Universitätsklinikums Ulm mit 1799 deutschen Athleten aus 128 verschiedenen Sportarten in insgesamt 57 Sportverbänden zeigt Erschreckendes.

Etwa ein Drittel der befragten Sportler hat bereits in der einen oder anderen Form sexualisierte Gewalt erlebt. Elf Prozent durchlitt über einen längeren Zeitraum schwere sexualisierte Gewalt im Rahmen des Trainings- oder Wettkampfbetriebs.

Das ist schlimm, besonders, wenn man den hohen Stellenwert des Sports in unserer Gesellschaft berücksichtigt. Große Verbände wie der Deutsche Schützenbund, der Deutsche Turnerbund und der Deutsche Fußballbund haben Millionen Mitglieder, darunter viele Kinder und Jugendliche.

In Vereinen mit einem deutlichen Bekenntnis zur „Kultur des Hinsehens und der Beteiligung“ ist das Risiko, als Sportler Opfer sexualisierter Gewalt zu werden, signifikant geringer.

Was daher besonders schlimm ist – und einen gravierenden Unterschied zur Katholischen Kirche darstellt: Nur die Hälfte der Turn- und Sportvereine hält das Thema überhaupt für relevant. Und das angesichts dieser Zahlen. Rote Karte für die Ignoranz.

(Josef Bordat)

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