Valentin von Terni

13. Februar 2017


Morgen ist er wieder, der Gedenktag des Valentin von Terni, Schutzpatron der Floristen, der Pralinenfabrikanten und der Geschenkbuchverlage. Er erinnert uns an den Wert der Zweisamkeit, wie nach ihm kaum ein Anderer. Mal abgesehen von Meister Eckhart: „Die Form kann nicht ohne Stoff sein, wie der Mann nicht ohne Frau“ (Lateinische Werke, Stuttgart 1936 ff., Bd. I, S. 204 [Expositio libri Genesis, n. 24] sowie S. 498 [Liber parabolarum Genesis, n. 29]). Der Mann als Form, die Frau als Stoff. Kleider kann man übrigens auch schenken (Achtung: Nach aktueller Konfektionsgröße fragen!).

Obwohl: Mittlerweile gibt es ja dieses Internet. Ich weiß nicht, ob Sie das kennen, aber das macht so einige Dinge leichter. Andere wiederum schwerer, aber das ist jetzt nicht unser Thema. Im Internet kann man nämlich ruckzuck Grußkarten gestalten und versenden oder irgendwelche blinkenden Blumensträuße oder Herzen oder sonst was. Happy Valentin! Schon kann man(n) wieder zur Tageordnung übergehen und hat der Valentinsindustrie ein Schnippchen geschlagen. Andererseits hängt mittlerweile jeder zweite Arbeitsplatz davon ab, also sollte man sich auch nicht lumpen lassen.

Dass Valentin heute als Patron der Liebenden oder der Liebe oder der Beziehungspartner, Lebensabschnittsgefährten oder eigentragenen Clubmitglieder gehandelt wird, liegt daran, dass man ihn jahrhundertelang um Fürbitte für eine gute Verlobung anrief. Den Zusammenhang bekommt man hin, ich hab das in sieben Schritten geschafft, Sie schaffen das auch. Dass daraus jedoch ein quasinotorischer Grußkartenmarathon wurde, der irgendwann Mitte Januar beginnt, belegt sehr schön, dass Valentin völlig zu Recht auch aus einem anderen Grund angerufen wird: bei Wahnsinn.

(Josef Bordat)

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