Wer da sucht, der findet – auch einen Partner?

22. Februar 2017


Ein Gastbeitrag von Sina Schreiber

Wie viele (junge und ältere) Menschen mehr oder weniger aktiv nach einem Partner suchen, kann ich beinahe jeden Tag live miterleben. Entweder bei meinen Freunden und Bekannten, die bei christlichen Events unauffällig aber konsequent das andere Geschlecht unter die Lupe nehmen, weil in ihrer Heimatgemeinde der Großteil der potentiellen Kandidaten bereits vergeben ist oder während meiner Arbeit bei einer christlichen Partnerbörse, für die ich jeden Monat einen Teil meiner Zeit investiere.

Ich muss zugeben, dass ich zum Beginn meiner Tätigkeit bei Himmlisch-Plaudern und Christliche-Partnersuche etwas skeptisch war. Ich hatte das Glück, meinen Partner während meines Studiums kennenzulernen und kannte Partnerbörsen hauptsächlich aus der Werbung – schließlich verliebt sich bekanntlich alle 11 Minuten ein Single über Parship. Dass Christen jedoch häufig nicht auf der Suche nach der lockeren Beziehung sind, die auf vielen herkömmlichen Partnerbörsen suggeriert wird, war mir durchaus klar. Trotzdem habe ich erst mit der Zeit gemerkt, wie „natürlich“ ein speziell christliches Portal eigentlich ist. Schließlich haben Christen, die ihren Glauben ernst nehmen, besondere Ansprüche an eine Partnerschaft.

In den meisten Fällen wünscht man sich einen ebenfalls christlichen Partner, der die gleichen religiösen Werte teilt und mit dem man eine dauerhafte Partnerschaft auf der gemeinsamen Glaubensgrundlage mit dem Ziel einer Ehe aufbauen kann. Deshalb sucht man auch im realen Leben hauptsächlich in der Gemeinde oder auf diversen christlichen Veranstaltungen nach einem Partner. In der Praxis stellt sich für den ein oder anderen manchmal jedoch die Begrenztheit der Möglichkeiten heraus. Das habe ich ganz neu herausgefunden, als ich zu Beginn meiner Arbeit für Himmlisch-Plaudern in meinem Bekanntenkreis von meinem Nebenjob erzählt habe und auf überraschend viel positive Resonanz gestoßen bin. Verblüfft stellte ich schnell fest, dass sich aus meinem persönlichen Umfeld gleich mehrere Paare genau über Himmlisch-Plaudern kennengelernt und zum Teil inzwischen geheiratet haben.

So hatte ich das Privileg, von Simon (Name geändert) aus erster Hand zu erfahren, wie es wirklich ist, aktiv in den Tiefen des Internets nach einer Partnerin zu suchen und dort tatsächlich fündig zu werden. Simon meldete sich auf Himmlisch-Plaudern an, weil er das Internet als letzte Gelegenheit sah, eine Frau kennenzulernen. In der Realität fand er seine Möglichkeiten erschöpft und entschied sich deshalb, selbst die Initiative zu ergreifen und auf neuen, modernen Wegen zu gehen – Wegen, die der wissenschaftlich-technische Fortschritt hervorbringt.

Simon erzählt mir, dass – einmal angemeldet – schnell auffällt, dass zahlreiche Damen (und Herren) aus den verschiedensten Konfessionen auf dem Portal unterwegs sind. Das ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits weiß man(n) nie woran man ist, andererseits erweitert es auch den Horizont, seine Wohlfühlzone zu verlassen und einfach andere Leute kennenlernen. Apropos Leute kennenlernen, das funktioniert echt gut, meint Simon, wenn man mal verstanden hat, dass bei 95% der Frauen auch im Internet der Mann den ersten Schritt tun muss.

Wie im echten Leben gibt es die Möglichkeit, virtuell Lächeln und Blumen zu schicken um leicht mit Leuten in Kontakt zu treten. Die einen checken damit grundsätzliches Interesse ab, andere (wahrscheinlich vor allem Frauen) werden so damit überhäuft, dass Lächeln und Blumen wohl eher inflationär gebraucht werden. Trotzdem ist Simon dran geblieben und hat beim Schreiben und auch bei ca. 8 Treffen zu 99% positive Erfahrungen gesammelt. „Vielleicht hatte ich da Glück, aber es war echt nix schlimmes dabei. Was die Frauen dazu denken, kann ich aber nicht sagen“ meint er mit einem Zwinkern. Auch wenn er sehr froh und dankbar darüber ist, auf diesem Weg nun seine Freundin gefunden zu haben, wünscht er jedem, „Online-Dating“ nicht zu brauchen.

Wie ich aus meinen Erfahrungen bestätigen kann (auch ich habe mir ein Profil angelegt), wird man als Frau tatsächlich von sehr vielen verschiedenen Männern angeschrieben. Aus dieser Fülle auszuwählen, kann Zeit und Nerven beanspruchen. Von Männern wird deshalb oftmals eine hohe Frustrationstoleranz gefordert, um nach den ersten misslungenen Kontaktversuchen nicht gleich aufzugeben. Hinzu kommt, dass bei über 37 000 Mitgliedern auch einige schwarze Schafe dabei sind – auch wenn die meisten User auf einer christlichen Partnerbörse wohl wirklich eine feste und ernste Beziehung mit dem Ziel „Ehe“ suchen. Man sollte also auch bei der Partnersuche im Internet seinen Verstand nicht ausschalten und naiv darauf vertrauen, dass alle User eines christlichen Portals auch nur ehrenwerte Absichten haben.

„Das wichtigste ist wohl, die Suche nach der Richtigen/dem Richtigen nicht verkrampft anzugehen und Gott dabei nicht außen vor zu lassen. Ich hatte erst in dem Moment Erfolg, als ich das Ganze lockerer gesehen habe“ fasst Simon zusammen. Wenn er sich nochmal für eine Partnerbörse entscheiden müsste, würde er wohl wieder Himmlisch-Plaudern wählen, erzählt er mir.

Auch ich bin inzwischen von dem Konzept überzeugt – sich im Internet nach einem Partner mit der gleichen Glaubensbasis umzusehen, auf der man gemeinsam eine Beziehung aufbauen kann, ist nichts, wofür man sich verstecken muss. Ich sehe es vielmehr als Möglichkeit, Gott in seinem Leben wirken zu lassen. Ich stelle mir manchmal vor, dass ich viele verschiedene Türen in meinem Leben aufmache – diejenigen, die nicht passen macht Gott dann einfach wieder zu.

Sina Schreiber

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