Gott oder Mammon

27. Februar 2017


Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. (Mt 6, 24)

Das Evangelium unterscheidet zwischen den Schätzen auf der Erde und den Schätzen im Himmel. Das darf nicht, wie in der Vergangenheit leider geschehen, missverstanden werden: Es geht nicht um ein Punktesystem, um ein Guthaben bei Gott, aus dem heraus gewissermaßen ein Rechtsanspruch auf Seligkeit erwächst. Wir können uns den Himmel nicht mit unseren Werken erarbeiten, erwerben – so gut und gerecht sie auch sein mögen. Erlösung geschieht aus Gnade, nicht aufgrund von Dienstbarkeit.

Vor allem diejenigen, die uns in Sachen Güte und Gerechtigkeit ein Vorbild sind, die Heiligen nämlich, haben das oft genug betont. Auch gibt es keine Unterschiede in der Gnade, je nachdem wieviel Dienst wir leisten. Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20, 1-16) führt uns das in geradezu verstörender Deutlichkeit vor Augen. Aber wir können doch mit unserem Handeln entweder unsere Taschen oder unser Herz füllen. Wir können Gott oder dem Mammon dienen. Entweder oder.

Wem dienst Du – Gott oder dem Mammon? Wir müssen bei der Antwort aufpassen, nicht in die Falle der Werkgerechtigkeit zu tappen. Es geht bei der Entscheidung den Dienst betreffend auch nicht darum, was in unserem Leben überhaupt eine Rolle spielt. Es geht vielmehr darum: Wer oder was spielt die Hauptrolle, woran richte ich mich aus? Woran orientiere ich mich? Wer hier mit Gott und Gottesdienst antwortet, muss auch dort, wo es um das Materielle geht, Gottes Gebote – insbesondere das Liebesgebot – berücksichtigen.

(Josef Bordat)

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