Passion

6. April 2017


Eine Meditation

Wer bin ich – in der Passion Christi?

Wo stehe ich – am Karfreitag?

Bin ich ein Judas, der verrät, um des eigenen Vorteils willen?

Bin ich ein Petrus, der verleugnet, sobald Nachfolge schwer wird?

Bin ich ein Pilatus, der sich in seinem Urteil leicht verleiten lässt?

Bin ich ein Simon, der Andern hilft, ihr Kreuz zu tragen?

Bin ich eine Veronika, die tröstet und Tränen trocknet?

Bin ich einer, der im Schutz der Masse nach Vergeltung schreit?

Weine ich? Wie die Frauen?

Bin ich ein Josef von Arimathäa: Ein heimlicher Verehrer, der sich vor dem Gerede der Menschen fürchtet? Der Angst hat, nicht mehr ernst genommen zu werden, weil er sich nicht dem Zeitgeist unterwirft?

Bin ich unter dem Kreuz?

Freitag Nachmittag?

Auch, wenn die Erde bebt?

Wie Johannes?

Und die Frauen?

Bin ich wie der Verbrecher, der in Jesus sein Heil erkennt?

Bin ich wie der Soldat, der zum Glauben kommt?

Oder fliehe ich in Spott und Zynismus, wie der andere Schächer?

Spiele ich lieber um das, was des Herrn ist – auf das Glück der Welt vertrauend?

Wie all die anderen Soldaten.

Wer bin ich?

Wo stehe ich?

(Josef Bordat)

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