Eucharistie

13. April 2017


Heute steht die Erinnerung an das Letzte Abendmahl im Zentrum der Liturgie. Der jungen Christenheit war klar, daß sie nur in Gemeinschaft die Verfolgung durchstehen würde. Das Vermächtnis Jesu („Liebet einander!“) setzten sie auch in der Feier des Herrenmahls um: Sie „brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl“ (Apg 2, 46). Eine frühe Form der Eucharistiefeier.

Dafür gab es zunächst keine festen Regeln. Diese entwickelten sich erst ab dem 2. Jahrhundert mit den ersten Meßformularen und der Festlegung einer äußeren Gottesdienstgestaltung bei Justin und Hippolyt. Der Grund dafür: Je mehr die Naherwartung des Gottesreichs schwand, desto wichtiger werde die sakramentale Gestaltung des kirchlichen Lebens. Die Heilige Messe entstand – als Ausdruck der Gegenwart Gottes in der Welt.

Das Herrenmahl wird – neben der Taufe und der Bischofsweihe – schnell zur zentralen Feier der Kirche, gemäß dem Wunsch Jesu: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ (Lk 22, 19). Gerade für die Eucharistie gilt ganz besonders das, was für die Liturgie allgemein gilt: Das Zeichen der Gegenwart Gottes motiviert die Liebe zum Nächsten.

Nicht ohne Grund sind die Missionarinnen der Nächstenliebe zunächst und vor allem ein kontemplativer Orden, in dem das Altarsakrament eine zentrale Rolle spielt. Mutter Teresa soll einmal von einer Ordensschwester auf die hohe Arbeitsbelastung angesprochen worden sein. Mutter Teresa habe sie gefragt, wie lange die Gemeinschaft täglich Anbetung vor dem Allerheiligsten halte. Eine Stunde, habe die Schwester geantwortet. Mutter Teresa, so die Anekdote, habe sie daraufhin angesehen und gesagt: „Kein Wunder, das Sie Ihre Arbeit nicht schaffen! Halten Sie von nun an zwei Stunden Anbetung“.

Mit den Worten Benedikts XVI. aus seiner Enzyklika Deus caritas est: „Die Eucharistie zieht uns in den Hingabeakt Jesu hinein. Wir empfangen nicht nur statisch den inkarnierten Logos, sondern werden in die Dynamik seiner Hingabe hineingenommen“ (Nr. 13). Die Folge: „Die Kommunion zieht mich aus mir heraus zu ihm hin und damit zugleich in die Einheit mit allen Christen. Wir werden ,ein Leib?, eine ineinander verschmolzene Existenz. Gottesliebe und Nächstenliebe sind nun wirklich vereint“ (Nr. 14).

(Josef Bordat)

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: