Verweilen. Aber nicht bleiben

14. April 2017


Was macht eigentlich ein Terrorist zu Ostern? Ich fürchte, er kommt dort gar nicht an. Er bleibt beim Karfreitag stehen, ohne jedoch am Kreuz zu verweilen. Denn das Kreuz setzt zu viel voraus. Empathie zum Beispiel. Ein Terrorist blickt nicht auf den Gekreuzigten, das hält er nicht aus. Der ist zu stark für ihn.

Ein Terrorist steht am Rand und betrachtet die Szenerie, weidet sich am Chaos, das er hervorbringt. Hauptsache Blut. Hauptsache Tod. Hauptsache Aufmerksamkeit. Für Terroristen das Größte. Der Karfreitag ist das Ostern des Bösen.

Es ist schade, wenn man nur den Karfreitag kennt, nur auf den Schmerz des Karfreitags baut, sich am Leid des Karfreitags ergötzt. Und Ostern dabei übersieht. Aber so ist das wohl: Einem Terroristen passt Ostern nicht ins Konzept. Der will nicht Hoffnung, sondern Schrecken. Nicht Leben, sondern Tod. Nicht Liebe, sondern Macht.

Es sind bedrohliche Zeiten, in denen wir leben, wenn nicht einmal mehr eine Gruppe junger Männer zu ihrem Fußballspiel fahren kann. Wenn Menschen beim Gebet getötet werden. Wenn jeder, der aussieht wie die, die so aussehen, wie man sich einen Terroristen vorstellt, wie ein Terrorist behandelt wird.

Was ist eigentlich noch sicher? Dass übermorgen Ostern ist! Dass damit der Karfreitag das Ende vom Ende ist. Und Ostern ein Anfang. Es geht weiter! Und dass wir in dieser Gewissheit vom Kreuz her stets eine Antwort auf den Terror parat haben: Liebe.

(Josef Bordat)

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