Vorher-Nachher

19. April 2017


Sie kennen sicher diese Vorher-Nachher-Vergleiche aus der Werbung für Diäten, Fitnessgeräte und Haarwuchsmittel. Vorher ein schlecht belichtetes Foto eines traurigen Menschen, der übergewichtig oder kahlköpfig ist, nachher das strahlende Gesicht eines stolzen Muskelmanns mit Wuschelkopf. So etwas kennen wir.

Auch das neue Gotteslob enthält so einen Vorher-Nachher-Vergleich, und zwar die Lieder Nummer 532 und 533, die auf einer Doppelseite abgedruckt sind. Das eine (Nr. 532) ist die deutsche Fassung des „Stabat Mater“ („Christi Mutter stand mit Schmerzen“), das Maria am Karfreitag zeigt – vor der Auferstehung. Das andere (Nr. 533) ist das bekannte „Lasst uns erfreuen herzlich sehr“ von Friedrich Spee, das Maria im Zeichen der Auferstehung zeigt – nachher.

Marianischer Vorher-Nachher-Vergleich. Foto: JoBo, 4-2017.

Während es im Karfreitagslied heißt: „Welch ein Schmerz der Auserkornen, / da sie sah den Eingebornen, / wie er mit dem Tode rang. / Angst und Jammer, Qual und Bangen, / alles Leid hielt sie umfangen, / das nur je ein Herz durchdrang“, versetzt Spee angesichts der Osterfreude Mariens geradezu neckisch: „Sag an, Maria, Jungfrau rein, / kommt das nicht von dem Sohne dein? / Ach ja: Dein Sohn erstanden ist, / kein Wunder, dass du fröhlich bist“. Welch ein Kontrast zwischen „Vorher“ und „Nachher“!

(Josef Bordat)

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