Josef, der Arbeiter

1. Mai 2017


Josef ist ein fleißiger Arbeiter, ein „ehrlicher Malocher“. Die Evangelien nennen seinen Beruf „Tekton“, die Einheitsübersetzung macht daraus den „Zimmermann“. Doch die Tätigkeit des „Tekton“ war nicht auf die Holzverarbeitung beschränkt, sondern umfasste auch andere Gewerke auf dem „Bau“. Und der „Bau“ war (und ist) Inbegriff des harten, rauen Gewerbes. Zugleich wird die Bau-Metapher weit über die Konstruktion von Häusern hinaus auf Versuche angewendet, neue Formen des Zusammenseins und neue Arten der Beziehung von Menschen zu schaffen – „Vertrauen aufbauen“, auch das ist harte Arbeit, auch dafür braucht es Fleiß. Josef baut fleißig Häuser. Zugleich baut er, ebenso fleißig, am Erlösungswerk Gottes. Beide „Bauarbeiten“ verrichtet er beharrlich, ohne dabei auf den Lohn oder die Reputation zu achten. Er ist mit dieser Bescheidenheit ein Vorbild. Gerade auch für den modernen Christen, der oft dazu neigt, sein Ansehen aufzupolieren, statt für Gott, für die Kirche zu arbeiten. Schlicht und einfach. Wie Josef.

(Josef Bordat)

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