Justin

1. Juni 2017


Der erste Theologe war ein Philosoph: Justin. Der Märtyrer aus dem zweiten Jahrhundert geht die Brücke von Platon zu Christus und versucht, die alte Philosophie der Griechen mit dem neuen Glauben zu versöhnen, und vergisst dabei auch den alten Glauben nicht, das Judentum.

Paulus beschreibt die Lage der neuen Religion, die Lage des Christentums, zwischen altem Denken und altem Glauben als eine, die mal Ärger und mal Spott hervorruft. Es muss vermittelt werden zwischen Juden, Griechen und Christen. Jusitin nimmt diese Herausforderung an.

Auch heute muss sich das Christentum behaupten – zwischen einer Tradition, die an festen Formen klammert, sowie sie nur Sicherheit bieten, und dem Hochmut der Moderne, die Gott voreilig aus dem Denken verbannt. Und auch heute kann uns die philosophische Durchdringung des Glaubens die Einsicht erschließen, das beides falsch ist. Justin ist hochaktuell.

(Josef Bordat)

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