Warum ich nicht so gerne Bahn fahre

28. Juni 2017


In einem Punkt hat Claudia Sperlich sicher Recht: Die Bahn inspiriert zum Dichten. Auch, wenn man gar kein Dichter ist.

***

Am Bahnhof, besser: an Gleis acht,
wird zweisprachig bekanntgemacht,
der Zug käm‘ heut‘ mal etwas später –
„Signalstörung“ der Übeltäter.

Das „Triebfahrzeug“, das so ’n Zug braucht,
die Frauenstimme süßlich haucht,
wurd‘ viel „zu spät bereit gestellt“.
Passiert selbst in der besten Welt.

Bei diesem Zug verkehren, ei,
die Wagen aus der Klasse zwei
„in umgekehrter Reihung“ heut‘.
Deutschland bewegt sich, liebe Leut‘!

Die Plätze, gleichwohl reserviert,
da sei man bitte nicht borniert,
sind der Freiheit wegen freigegeben.
„Gegebenenfalls.“ – So ist das Leben.

Der Anschlusszug ab Hoppegarten?
Nein, mein Herr, der kann nicht warten.
Da müssen Sie halt später fah’n.
„Sänkju forschuhsing Deutsche Bahn“!

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Aber ich will nicht unfair sein: Die Bahn transportiert auf allen Ebenen – Nah- und Fernverkehr, Personen- und Güterverkehr – ganzjährig und täglich und – verglichen mit anderen Verkehrssystemen – kostengünstig, umweltfreundlich und (weitgehend) störungsfrei Menschen und Waren.

Aber: „gerne“? Nein, nicht wirklich.

(Josef Bordat)

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