Mit Geschichte und Zukunft: Das Fahrrad

30. Juni 2017


Am morgigen Samstag beginnt die nunmehr 104. Auflage der Tour de France. In Düsseldorf. Der Prolog führt die Fahrer durch die Altstadt, die bekanntlich „längste Theke der Welt“. Am Sonntag folgt dann eine Flachetappe (was sonst?) durch den unteren Niederrhein.

Die Tour kommt. Plakat in Düsseldorf. Foto: JoBo, 6-2017.

Das Gerät, das die Profis unter sich haben, wird in diesem Jahr 200 Jahre alt: das Fahrrad. Zwar ist zwischen dem Laufrad des Freiherrn Karl von Drais, das dieser am 12. Juni 1817 der Öffentlichkeit präsentierte, und der Zeitfahrmaschine des Christopher Froome ein gewisser Unterschied, das Prinzip ist jedoch das gleiche: Ein Gefährt, allein durch Körperkraft angetrieben. Hoffentlich allein dadurch. Denn die Tour hat bereits vor ihrem Beginn einen Dopingfall: der Portugiese André Cardoso wurde positiv auf EPO getestet und von seinem Team Trek-Segafredo suspendiert.

Zurück zur Sache: dem Fahrrad. Der Physiker und Buchautor Lars Jaeger befasst sich in dem Essay „200 Jahre Fahrrad – Vom Oberschichtengefährt zum demokratischen Massenfortbewegungsmittel“ mit der technischen und der sozialen Dimension des Fahrrads. Eindrucksvoll illustriert er die Vorzüge des „Wunder-Fortbewegungsmittels“: „Einhundert Kalorien geben einem Radler die Energie, bis zu fast fünf Kilometer weit zu fahren; ein Auto kommt damit nur 85 Meter weit“. Grund genug, öfter mal auf das ökologisch korrekte Gefährt umzusteigen.

Radfahren ist – wenn man ein paar blaue Flecken in Kauf nimmt – kinderleicht zu erlernen. Dabei ist es physikalisch betrachtet ein komplexer und noch nicht wirklich hinreichend erforschter Bewegungsablauf: „Jeder weiß, wie man Rad fährt, aber niemand weiß, wie Radfahren funktioniert“, zitiert Jaeger den Sportmechaniker Mont Hubbard von der University of California (Davis). Das erstaunt, wenn man weiß, dass wir demnächst zum Mars fliegen wollen.

Die Zukunft im Verkehr auf unserem Planeten gehört unterdessen dem Radfahrer: „In den Großstädten setzen Städteplaner [..] auf das Fahrrad, um dem zunehmenden PKW-Verkehr und der Luftverschmutzung abzuhelfen“. Zudem „treten die Vorzüge des Fahrrads immer stärker in den Vordergrund: seine unübertroffene Energiebilanz, seine Umweltfreundlichkeit und seine Gesundheitszuträglichkeit“. In diesem Sinne: Gute Fahrt! Durch Berlin, durch Düsseldorf, durch Frankreich, wo auch immer. Und: Sauber bleiben!

(Josef Bordat)

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