Die Hände zum Himmel

3. Juli 2017


Papst Franziskus hat eine wichtige Personalentscheidung getroffen, vielleicht die wichtigste, die ein Papst treffen kann: Kurienerzbischof Luis Francisco Ladaria Ferrer ist seit dem 1. Juli Präfekt (vulgo: Chef) der Glaubenskongregation. Er tritt die Nachfolge von Gerhard Ludwig Kardinal Müller an, zu dem der Heilige Vater ein eher gespanntes Verhältnis hatte.

Kardinal Müller hat zwar bis zuletzt betont, es gebe keine Differenzen zwischen Franziskus und ihm, zugleich jedoch das nachsynodale Schreiben „Amoris Laetitia“ anders gedeutet als der Papst. Dahinter steht ein anderes Verständnis des Gewissenskonzepts: Franziskus bestimmt den Begriff eher subjektivistisch, Müller eher objektivistisch. Im Ergebnis ist der Bruch zwischen Papst und Kardinal nur die Konsequenz dieser voneinander abweichenden Perspektiven.

Luis Ladaria hingegen scheint näher dran an der moraltheologischen Position des Heiligen Vaters. Wie Franziskus ist er Jesuit. Seit mehr als 40 Jahren ist er Professor für Dogmatik, seit über 20 Jahren arbeitet er in der Glaubenskongregation. Der „Neue“ ist also ein alter Hase. Und: Er wurde auf Mallorca geboren. Insoweit dürfte ihm nicht nur nichts Theologische, sondern auch nichts Menschliche fremd sein. Für die nächste Synodenrunde zum Thema „Jugend“ sollte Luis Ladaria jedenfalls über die nötigen Hintergrundinformationen verfügen.

(Josef Bordat)

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: