Wolfiade 2017

18. Juli 2017


The Mails must go on!

Da Herr Wolf nicht nur seine E-Mails an mich verschickt, sondern auch die Antworten anderer Adressaten (einschließlich der automatischen Eingangsbestätigungen angemailter Behörden – Wo bist Du, Gott?!), bin ich, was die Reaktionen auf Herrn Wolfs Neigung zur intensiven Nutzung elektronischer Versandmedien betrifft, nolens volens recht gut informiert. Dabei fällt mir auf, dass Kolleginnen und Kollegen (in Sachen wolfianischem E-Mail-Empfang) zunehmend gereizt reagieren. Das ist schulpsychologisch nicht völlig unverständlich. Aber es ist im Grunde unnötig.

Statt sich zu ärgern, sollten Sie mit den Mails das tun, was die FIFA mit Dingen wie dem Fußballsport und dem Interesse der Fans tut: sie zu Geld machen. Beispielsweise könnten Sie (natürlich nur in der Mittagspause!) ein Wolf-Wettbüro einrichten. In Ihrem Pfarrbüro.

Also, ich habe das mal gemacht und biete folgende Wetten an:

Mindestens 17 Wolf-Mails kommen bis heute, 17:59 Uhr (Eingang der Mail).
Aktuelle Quoten: Ja – 1,05 / Nein – 8,5.

Zahl der Wolf-Mails bis heute, 17:59 Uhr (Eingang der Mail).
Aktuelle Quoten: 0 bis 5 – 80 / 6 bis 10 – 22 / 11 bis 15 – 8,5 / 15 bis 20 – 2,5 / 21 oder mehr – 1,08

Kombi-Wette: Mail kommt (1,01) und enthält
– allgemeine Kritik an Kirche und Staat (Quote 1,03)
– Beschimpfung des Adressaten (Quote 1,07)
– eine “Korrektur” zum Beginn menschlichen Lebens (Quote 1,15)
– das Wort “Personalausweis” (Quote 1,25)
– nachvollziehbare Gedanken, mindestens einen (Quote 200)

Anderes Spiel: Wählen Sie in ihrer Bürogemeinschaft den hirnrissigsten Wolf-Widerspruch in den Mails der Woche. Mein Favorit für die laufende Woche ist ja die Tatsache, dass jemand, der, wie Herr Wolf, Abtreibungen (mangels “Leben”) gar nicht als moralisches Problem begreift, ein moralisches Problem damit hat, dass man naturwissenschaftliche Erkenntnisse anerkennt, die durch die Forschung an abgetriebenen Föten gewonnen wurden. Das gibt noch Zusatzpunkte wegen des Kategorienfehlers (“epistemisch wahr” ist kein Synonym von “ethisch gut”). So, jetzt Sie!

Oder: Wodoku(R). In den Mails von Herrn Wolf sind acht logische Fehler versteckt. Vergleiche die Aussagen Herrn Wolfs mit dem gesunden Menschenverstand und finde die Fehler!

Fußball-Toto war gestern. Spielen Sie E-Mail-Woto. Zu erraten ist die Anzahl der Wolf-Mails pro Woche (gerechnet von Montag 08:00 Uhr bis Freitag 17:59 Uhr – es zählt der Eingang der Mail) und der Wolf-Index (durchschnittliche Anzahl des Worts “Schwangerschaftsgewebe” pro Mail mal durchschnittliche Anzahl “Nazi” geteilt durch Pi halbe mal “Personalausweis”). Wer am nächsten rankommt, hat gewonnen.

Wolf-Look-alike-Literature. Ein Spiel, das man auch allein spielen kann. Natürlich – ich wiederhole mich da ungern – nur in der Mittagspause! Die Regeln: Man passe ein beliebiges Stück Literatur an Herrn Wolfs Duktus und Diktion an. Gretchen (zu Faust): “Diese Frage musst Du mir bis morgen, 13 Uhr beantworten! Sonst wird die Öffentlichkeit davon ausgehen, dass Du ein dummes Arschoch bist!”; “’Des Ibykus!‘ – Der teure Name / Rührt jede Brust mit neuem Grame, / Und, wie im Netze Mail auf Mail, / So läuft’s von Mund zu Munde schnell: ‚Des Ibykus, den wir beweinen, / Den eine Mörderhand gar nicht / erschlagen kann.‘ Weil er nicht lebe / so als Schwangerschaftsgewebe!”; “Vor dem Gesetz steht ein Türhüter. Zu diesem Türhüter kommt ein Kinderficker vom Lande und bittet um Eintritt in das Gesetz”; “Der Rest ist Schreiben”.

Seien wir mal ehrlich: Ohne die stündlich eintreffenden Nachrichten machten wir uns doch Sorgen um ihn, den Bruder Wolf, oder etwa nicht? Was meinen Sie, was in Houston los ist, wenn die “Wolf 2017”-Sonde keine Signale mehr sendet? Eben! Und der Erlös der Wolfiade-Glücksspiele geht in die Orgelrenovierung. OK?

Wenn Sie mir das garantieren, werde ich Sie nicht mehr mit Wolf-Beiträgen behelligen.

(Josef Bordat)

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