Bavaria Report

24. Juli 2017


Im Film „Minority Report“ (USA, 2002) gibt es eine „Precrime-Division“, die Verbrechen verhindert, bevor sie begangen werden können. Die Handlung des Films mit Tom Cruise in der Hauptrolle spielt im Jahre 2054.

Wir schreiben das Jahr 2017. In Bayern sollen ebenfalls Verbrechen verhindert werden, bevor sie begangen werden können. Nur haben die Bayern keine „Precogs“ zur Verfügung, die bevorstehende Verbrechen durch besondere Sensibilität erahnen, sondern Polizeibeamte.

Eigentlich gilt – in den USA und in Bayern – der Grundsatz: Keine Strafe ohne Schuld, keine Schuld ohne strafbare Handlung – zumindest der Versuch einer Tat muss erkennbar nachgewiesen werden. Das ist eins der Merkmale des Rechtsstaats.

Nun aber soll die Gefahr des Versuchs einer Tat ausreichen, um straffähig schuldig zu werden und möglicherweise monate- oder jahrelang im Gefängnis zu landen. Im Prinzip unendlich lang, denn alle drei Monate entscheidet ein Richter über die Verlängerung der Haft. Verlängert werden kann sie unendlich oft – solange Gefahr droht.

Im Film „Minority Report“ scheitert das System – dafür sorgt Tom Cruise. In Bayern ist es zum Scheitern verurteilt. Dafür sorgt das Grundgesetz.

(Josef Bordat)

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