Jakobs Weg

25. Juli 2017


Jakobus der Ältere, Sohn des Zebedäus, ist ein Apostel Christi. Einerseits war er wohl sehr aufbrausend (er und sein Bruder Johannes wurden „Donnersöhne“ genannt), andererseits auch ein wenig scheu (als es um die Plätze rechts und links neben Christus geht, schickt er seine Mutter vor). Ansonsten gehört er zum engsten Kreis der Vertrauten des Herrn. Bei der Verklärung ist er dabei, zusammen mit seinem Bruder und – klar – Petrus. Diese drei wurden schon gemeinsam berufen. Um 44 erleidet er im Zuge einer Verfolgungswelle in Palästina das Martyrium.

Die Preisfrage: Wie fanden seine Gebeine den Weg nach Spanien, genauer: ins galizische Santiago de Compostela? Darum ranken sich einige Legenden. War Jakobus selbst für einige Zeit dort und verstarb dort auch (und nicht in der Heimat)? Wurde sein Leichnam in späterer Zeit mit dem Schiff dorthin verbracht – möglicherweise als Kriegsbeute? Nichts genaues weiß man nicht.

Fakt ist: Jakobus wird in Spanien besonders verehrt, unter dem Namen Santiago. Er ist aber nicht nur der Schutzpatron dieses schönen Landes, sondern auch der Apotheker, der Hutmacher und – natürlich – der Pilger. Die Pilgerfahrt zu seinem Grab, der Jakobsweg, ist mittlerweile ein Massenspektakel, das weit über die Grenzen des Katholizismus hinaus weltweit Anhänger hat und unvergleichlich boomt: Während es in den 1970er und 1980er Jahren nur einige hundert Pilger jährlich waren, die sich auf den camino machten, sind es seit Ende der 1990er Jahre Zehntausende. In den letzten drei Jahren waren es sogar jeweils eine runde Viertelmillion auf dem berühmtesten Pilgerweg der Erde.

(Josef Bordat)

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