Gute Fische, schlechte Fische

3. August 2017


In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Netz, das man ins Meer warf, um Fische aller Art zu fangen. Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, lasen die guten Fische aus und legten sie in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg. So wird es auch am Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen von den Gerechten trennen und in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten: Ja. Da sagte er zu ihnen: Jeder Schriftgelehrte also, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt. (Mt 13,47-52 )

Wie läuft das nun mit dem Himmelreich? Auf die Dauerbrennerfrage gibt Jesus in verschiedenen Gleichnissen mit unterschiedlichen Metaphern Antwort. Jeder kann sich gewissermaßen das für ihn passende Bild aussuchen. Senfkörner, Schätze, Perlen.

Heute gibt es was für Fischer (oder Fischliebhaber). Jesus vergleicht das Himmelreich mit einem Fischfang. Dabei werden zunächst „Fische aller Art“ gefangen. Es wird kein Unterschied gemacht zwischen großen und kleinen Fischen, zwischen denen, die man genießen kann und denen, die giftig sind.

Diese Auswahl erfolgt danach, am „Ufer“. Das Kriterium ist die Qualität: „sie setzten sich, lasen die guten Fische aus und legten sie in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg“. Dass es im Hinblick auf das Reich Gottes um die moralische Qualität geht, wird verdeutlicht: „So wird es auch am Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen von den Gerechten trennen“.

Aber das heißt das jetzt: Gut? Böse? Darüber gibt die Schilderung vom Endgericht Auskunft (Mt 25, 31-46). Entscheidend ist, ob man seinem Nächsten, der fremd, krank, obdachlos oder hungrig ist, mit tätiger Barmherzigkeit begegnet oder eben nicht.

Gott macht Unterschiede zwischen den Menschen. Ihm ist nicht egal, was wir so treiben. Doch Er unterscheidet nicht nach Herkunft oder Hautfarbe, Gesundheitszustand oder Geschlecht, wie das bei uns oft der Fall ist, sondern danach, was wir unseren Nächsten in Not Gutes tun – oder Böses, dadurch, dass wir ihnen nichts Gutes tun.

Gottes Maßstab ist nicht das Reden, sondern das Handeln. Der konkrete Einsatz aus Liebe zählt, nicht die rhetorisch geschickte Ausrede. Wer daraus im Alltag die Konsequenzen zieht, also darauf achtet, wer hungert oder friert, wer krank oder fremd ist, und wer dann konkret hilft, ohne Ansehen der Person, dem steht der Himmel offen.

(Josef Bordat)

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