Hoffnung im Höhenflug

13. August 2017


Welch ein Abschluss der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London: Der Syrer Majd Eddin Ghazal gewinnt im Hochsprung überraschend die Bronzemedaille. Er war der einzige Teilnehmer aus Syrien. Der 30jährige Ghazal lebt nicht etwa in den USA, sondern in Damaskus. Dort ist das Training Nebensache. Überleben ist die wichtigste Disziplin. Höhenflüge in Zeiten des Krieges.

Es waren Meisterschaften, bei denen Träume zu Tatsachen wurden und Mythen zu Menschen. Es waren Meisterschaften mit vielen Enttäuschungen aus deutscher Sicht. Es waren aber vor allem Meisterschaften, die Hoffnung machen, auch auf eine dopingärmere Zukunft.

Mehr als 2000 Athleten aus über 200 Ländern – keine andere Sportart bringt die Welt so zusammen wie die Leichtathletik. 66 Nationen konnten sich in den „Placing Table“ (Rang 1 bis 8) eintragen – in keiner anderen Sportart haben Menschen aus allen Teilen der Welt, auch aus weniger entwickelten Regionen, so große Chancen.

Selbst der Krieg kann sie nicht stoppen. Exemplarisch steht dafür der Höhenflieger aus Damaskus. Hoffnung hat seit heute Abend einen neuen Namen: Majd Eddin Ghazal.

(Josef Bordat)

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