Mehr als ungenau

16. September 2017


Wer sich aus der Ferne über den „Marsch für das Leben“ informieren will, ist auf Medienberichte angewiesen. Ich fand diesen hier in Berliner Zeitung.

Da wird von „rund 3000“ Gegendemonstranten berichtet und von „mehr als 1000 Abtreibungsgegnern vor dem Reichstag“. Es wird der Eindruck zu vermitteln versucht, es seien dreimal so viele Menschen gegen die Anliegen des Lebensschutzes auf die Straße gegangen als dafür. Das überrascht, wenn man die Bilder aus den vergangenen Jahren im Kopf hat, mit „rund“ 7000 Teilnehmern des „Marsch für das Leben“.

Das überrascht aber nur im ersten Moment. Denn wenn man bedenkt, was erstens die Berliner Zeitung ist* und dass man zweitens genauso wahrheitsgemäß behaupten kann, Neymar verdiene in Paris „mehr als Mindestlohn“, dann legt sich das mit der Enttäuschung ganz schnell wieder.

Wie viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „Marsch für das Leben“ es diesmal wirklich waren, werde ich schon noch in seriösen Quellen in Erfahrung bringen. Einstweilen jeder und jedem, der heute in Berlin für das Recht auf Leben demonstriert hat, meinen herzlichen Gruß und meinen aufrichtigen Dank!

*Ich sehe gerade: Der RBB berichtet wortgleich. Ich bitte um Entschuldigung, Berliner Zeitung.

(Josef Bordat)

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