Das Fest auf der Wartburg

18. Oktober 2017


Heute vor 200 Jahren, am 18. Oktober 1817, fand die vielleicht berühmteste Studentenparty der deutschen Geschichte statt. Als Location diente die Wartburg, auf der dreihundert Jahre zuvor Martin Luther das Neue Testament ins Deutsche übertragen hatte. Und um das Deutsche ging es auch den etwa 500 Studenten.

Die wollten nämlich die Deutsche Einheit – einen einheitlichen deutschen Nationalstaat. Und keinen Vielfürstenstaat, wie ihn der Wiener Kongress (1815) vorgesehen hatte. Was heute irgendwie rechts klingt, war damals links und revolutionär, so subversiv, dass die Polizei die Party sprengte und die Burschenschaften, in denen die Studenten organisiert waren, zwei Jahre später verboten wurden.

Die Idee eines deutschen Nationalstaats prägte allerdings fortan das Denken der deutschen Eliten. Es mündet 1848 in die Paulskirchenverfassung. Allerdings war dieses Deutschland nur von kurzer Dauer. Erst 1871 kam es zur Reichsgründung und 1918 schließlich zur ersten deutschen Demokratie – ein Jahrhundert nach dem Wartburgfest.

(Josef Bordat)

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