Papst Franziskus und die Rohingya

23. Oktober 2017


Ende November besucht Papst Franziskus Myanmar. Dort findet derzeit die Massenvertreibung der Rohingya statt, einer muslimischen Minderheit. Etwa 800.000 Menschen sind auf der Flucht. Caritas International spricht von einer “ethnischen Säuberung”.

Das Problem ist nicht neu. Die Migranten aus dem Nachbarstaat Bangladesh hatten in Myanmar schon immer einen schweren Stand. Sie besaßen als “Bürger zweiter Klasse” kaum Rechte und sahen sich jahrzehntelang behördlicher Willkür und Polizeigewalt ausgesetzt.

Seit Beginn der politischen Reformen in Myanmar (2011) hat sich ihre Lage weiter verschlechtert. Mit dem Gesetz zum “Schutz von Rasse und Religion” sind sie unter der neuen Regierungschefin Aung San Suu Kyi, Friedensnobelpreisträgerin von 1991, nun endgültig vogelfrei.

Die Kirche mahnt zum Frieden, ohne jedoch die Möglichkeit zu haben, wirklich Einfluss zu nehmen. Zumal die Weltgemeinschaft zwar scharfe Worte findet, der UN-Sicherheitsrat sich aber nicht zu einer Resolution durchringen kann. In den Medien findet alles Mögliche statt – die laufende genozidale Gewalt in Myanmar kommt kaum vor.

Papst Franziskus hat die Chance, daran etwas zu ändern, wenn er am 27. November in Myanmar eintrifft und die richtigen Worte findet. Der dreitägige Besuch steht unter dem Leitwort “Liebe und Frieden”. Und das ist etwas anderes als “Friede, Freude, Eierkuchen”.

(Josef Bordat)

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