Endzeit

29. November 2017


Zerfallende Standbilder (Dan 2, 31-45) , einstürzende Tempel (Lk 21, 5-11), – man merkt anhand der liturgisch vorgesehenen Lesungstexte schnell, dass wir uns am Ende des Kirchenjahres befinden. In der Woche zwischen Christkönig und dem Ersten Advent wird es noch mal richtig finster.

Die Perikopen zeigen die Zerstörung alles Weltichen, den Untergang menschlicher Ordnung, das malum morale von Krieg und Unruhen ebenso wie das malum physicum von Naturkatastrophen und Hungersnöten. Politik, Kultur, Architektur brechen zusammen, Macht, Schönheit, Reichtum vergeht.

Was soll uns das sagen, was nehmen wir mit? Sicher die Demut angesicht der Vergänglichkeit. Auch die Achtsamkeit für das Irdische, das – solange es da ist – gepflegt werden muss. Schließlich aber vor allem die Erkenntnis, dass der Mensch nicht Gott ist. Dass seine Reiche aus Kalkül und Konvention, dass seine Tempel aus geschmücktem Stein nicht vor dem Reich Gottes, in dem Christus selbst der Tempel ist, bestehen können.

(Josef Bordat)