Optimismus

18. August 2017


„Am 25. September heißt der Bundeskanzler Martin Schulz“.

Sagt der Herr Schulz. Nun, was soll er auch sonst sagen? Die Wahrheit? Nein! Ich meine, das ist zwar so, als sage Frau Merkel, am 25. September heiße der Sieger des Berlin-Marathons Angela Merkel. Bei den Männern. Aber – hey! Es hätte ja vor ein paar Jahren auch niemand gedacht, dass Leipzig mal in der Champions League spielt. Oder, dass die Mauer fällt.

Allein – auch der allergrößte Optimismus sollte vor der Wirklichkeit nicht beide Augen gleichzeitig verschließen. Denn vielleicht erreicht die SPD noch unter Facharbeitern in Oberhausen 25 Prozent, bundesweit kommt Schulzens Partei nach jüngsten Umfragen (16. Augst) auf 22 (GMS) bzw. 23 Prozent (Forsa), im Mittel also auf 22,5 Prozent. Das sind nochmal zehn Prozent weniger als das, worauf Schulz seine Kanzlermehrheit bauen will. Was freilich ohnehin schwierig wird, wenn drei von vier Deutschen mit der Partei des Kandidaten nichts anfangen können. Nimmt man die Nichtwähler hinzu, sind es vier von fünf.

„Am 25. September heißt der Bundeskanzler Martin Schulz“.

Ja, genau.

(Josef Bordat)

%d Bloggern gefällt das: