Und zwar über Daniel Deckers.

Einmal über einen Franziskus-Kommentar („Der Provokateur“) auf der Titelseite der gestrigen Ausgabe, in dem Daniel Deckers die lapidare Bemerkung fallen lässt: „die Priesterweihe für Frauen lehnt er [Franziskus, J.B.] ab“. Das ist etwa so, als sagte man: „Das Verschenken von 100 Euro-Scheinen an Passanten lehnt er ab“. Also: der Direktor einer Bank.* Ein Provokateur. Oder jemand, der die Geschäftsgrundlage der Bank für wichtiger hält als die persönliche Popularität.

Und dann über einen Artikel auf Seite 4, in dem Daniel Deckers behauptet: „Überall schrumpft die katholische Kirche, nur nicht in Hamburg.“ Das ist – selbst wenn man nur die Katholische Kirche in Deutschland betrachtet – falsch, denn auch in Berlin steigt die Zahl der Katholiken gegen den Bundestrend. Waren es 2010 noch 390.997 Gläubige, so waren es 2011 schon 396.095 und 2013 dann 407.060. Aus dem Grund, den Daniel Deckers mit Blick auf Hamburg nennt: Einwanderung.

* Bevor die üblichen Kommentare eintreffen: Nein, ich vergleiche nicht Frauen mit Geld oder die Kirche mit einer Bank, sondern die Verantwortung für die konstitutiven Grundlagen einer Gemeinschaft – der Gläubigen oder der Sparer. In diesem normativen Rahmen auf die persönliche Haltung zu referieren, geht am entscheidenden Punkt vorbei, nämlich, dass es auf die persönliche Haltung gar nicht ankommt, ja: gar nicht ankommen darf. Trotzdem so zu tun, will offensichtlich suggerieren, dass da jemand seiner Pflicht nicht nachkommt – und das verkehrt die Sachlage ins Gegenteil.

(Josef Bordat)