Vor 400 Jahren wird die erste deutsche Sprachgesellschaft gegründet

Ein Jahrhundert nach dem Wittenberger Thesenanschlag wird es ernst: Die deutsche Sprache, die Luther so stark vorangebracht hatte (allerdings mehr durch die Bibelübersetzung als durch seine theologischen Schriften), soll Gestalt annehmen. Dazu wird am 24. August 1617 in Weimar die erste deutsche Sprachgesellschaft gegründet, die einen vielsagenden Namen trug: „Fruchtbringende Gesellschaft“.

Ziel der Gesellschaft war die Vereinheitlichung des Deutschen. Auch die Reinheit der Sprache war ein Thema. Damals ging es allerdings nicht um „googeln“ und „ich werde gedownloaded haben“, sondern um die Zurückdrängung des Französischen. Allzu lange währte die Arbeit der „Fruchtbringenden Gesellschaft“ allerdings nicht: 1680 wird sie wieder aufgelöst. Ohne große Erfolge verzeichnen zu können.

Die kamen dann später, mit Christian Wolff, Jakob Grimm und Konrad Duden. Aber die Geschichte der deutschen Sprache ist noch nicht abgeschlossen. Nach den Rechtschreibreformen der 1990er Jahre geht es mehr denn je darum, wie der Sprachverhunzung Einhalt geboten werden kann, ohne die natürliche Entwicklung, die jede Sprache nimmt, zu hemmen.

(Josef Bordat)