Der Deutsche Ethikrat ist in der Bewertung neuer Tests zur Früherkennung von Trisomie 13, 18 und 21 tief gespalten. Die Mehrheit seiner Mitglieder empfiehlt, die Tests mit gewissen Einschränkungen zuzulassen.

Die katholischen Theologen Eberhard Schockenhoff und Anton Losinger sowie der Medizinethiker Thomas Heinemann und der Autor Peter Radtke plädieren zwar nicht für ein generelles Verbot der Tests, fordern jedoch, auf ihre öffentliche Förderung zu verzichten und sie auch nicht in den Leistungskatalog der Krankenversicherungen aufzunehmen. Das berichtet das Domradio.

Der Grund für das Sondervotum liegt im offenen Widerspruch der Testverfahren zu der Verpflichtung des Staates, das Recht und das Leben von Menschen zu schützen – auch von Menschen mit Behinderung. Die Experten wiesen auf die hohe Abtreibungsquote bei positiven Testergebnissen hin – laut einschlägiger Studien liegt diese bei 90 Prozent.

Das Sondervotum der vier Ethikratsmitglieder ist zu begrüßen, denn es kann in der Tat nicht sein, dass wir im Gesundheitssystem Verfahren bereitstellen, die de facto nicht etwa dazu geschaffen sind, Menschen zu heilen, Schmerzen zu lindern und Leben zu retten, sondern „unwertes Leben“ zu identifizieren, um es gezielt töten zu können. Das Thema sollte in Deutschland eigentlich durch sein.

(Josef Bordat)