Die Betrachtungen zu den Stationen des Kreuzwegs waren kraftvoll und von großer spiritueller Dichte, gleichwohl konkret und lebensnah. Sie griffen Partei für das Leben, für die Liebe, für den Frieden.

Die Jugendlichen aus dem Libanon erinnerten in dankenswerter Klarheit an die Würde des Menschen und den Wert des Lebens und an die vielfältigen Bedrohungen des Lebens durch den Menschen, der sich von Gott entfernt, mal von der stolzen Hybris getrieben, mit Wissenschaft und Technik die Grundfragen des Daseins überwinden zu können, mal unter dem Vorzeichen falsch verstandener Selbstbestimmung, die dem wohlmeindenden Drang nach Freiheit jede Bindung opfert, auch die, die Orientierung ermöglicht und letztlich Erlösung schenkt.

Beherzt wenden sich die Jugendlichen gegen einen Laizismus, der dem Glauben die Luft abschnürt, und gegen jede Form von Fanatismus, der den Frieden gefährdet. Der Fortschritt müsse am Leben Maß nehmen, sich an die Gebote der Moral halten, deren oberste Richtschnur der Lebensschutz ist.

In seiner kurzen Ansprache erinnerte Papst Franziskus an die Libanon-Reise seines Vorgängers Benedikt. Er stellte das Kreuz ins Zentrum – die Antwort Gottes auf das Böse. So wie Gott das Böse in der Liebe aufhebt, so sollen wir das Böse mit dem Guten vergelten.

Ein beeindruckender Kreuzweg.

(Josef Bordat)