Oder: Es gibt schlimmere Bezeichnungen

Pfarrer Peter van Briel, Pastor in Halverde (Westfalen), Schulpfarrer und Religionslehrer an der bischöflichen Fürstenberg-Schule, Sprecher der Karl-Leisner-Jugend im Bistum Münster, stellt fünf „Verteidigungen des katholischen Glaubens“ vor, u. a. auch das „Sündenregister“. Er schreibt auf der Seite der Karl-Leisner-Jugend: „In dieser Buchempfehlung möchte ich Euch fünf Bücher empfehlen, die sich alle in den Dienst der Verteidigung unseres Glaubens stellen“ und „die allesamt zu den besseren Vertretern der »Verteidigungspolitik« gehören und sich dennoch stark voneinander unterscheiden“.

Die Unterschiede erläutert er folgendermaßen: „Eine Verteidigung kann sich nämlich (a) mit der (mal mehr, mal weniger) ausführlichen Beschreibung des kritisierten Punktes begnügen; sie kann aber (b) auch die vorgetragenen Angriffe in den Blick nehmen und die Redlichkeit der Argumente gegen die Kirche prüfen; schließlich kann eine Apologetik (c) gute und schlagkräftige Antworten auf die immer wieder vorgetragenen Verunglimpfungen der Kirche, des Glaubens oder bestimmter historischen Ereignisse anbieten“.

Peter van Briel unterscheidet dann weiterhin zwischen „umfassenden Apologetiken“ und „rein historischen Apologetiken“. Zu diesen zählt er den von Lucetta Scaraffia herausgegebenen Sammelband »Große Hure Babylon«. Zehn kirchengeschichtliche Klischees kritisch hinterfragt, Walter Brandmüllers »Licht und Schatten«: Kirchengeschichte zwischen Glaube, Fakten und Legende und Michael Hesemanns »Die Dunkelmänner«: Mythen, Lügen und Legenden um die Kirchengeschichte. Zu jenen Ulrich Fillers »Deine Kirche ist ja wohl das Letzte!«: Fakten, Argumente, Standpunkte und mein Buch Von Ablaßhandel bis Zölibat: Das »Sündenregister« der Katholischen Kirche.

Über diese „umfassenden Apologetiken“ schreibt Peter van Briel: „Beide beschränken sich nicht auf kirchengeschichtliche Themen, sondern behandeln auch theologische Einwürfe (z. B. zur Sexualmoral, zum Zölibat oder dem Frauenpriestertum) oder aktuelle Themen (dem Reichtum der Kirche oder dem Missbrauchsskandal). Während Josef Bordat jedoch den Phänomenen auf den Grund gehen will (und in dieser Gründlichkeit dennoch eine verblüffende Kürze der Darstellung einhält), bietet Ulrich Filler vor allem griffige Repliken auf unfaire Unterstellungen und Behauptungen. Allein schon im Umfang der Schriften (Bordat: 296 Seiten, Filler: 175 Seiten), aber auch in der Detailfülle, der gedanklichen Tiefe und dem philosophischem Anspruch unterscheiden sich beide Schriften ebenso deutlich. Josef Bordat bietet also nicht nur eine Negation der Vorwürfe an die Kirche (so vor allem Ulrich Filler), sondern auch eine Hilfe zum besseren Verstehen und Einordnen der Fakten. Allerdings muss auch bemerkt werden, dass Filler eine einfachere und leicht verständliche Sprache pflegt, während Bordat auch in seiner Wortwahl deutlich werden lässt, dass er auf einem größeren philosophischen und historischen Hintergrund zurückgreift.“

Schließlich kommt Peter van Briel zu folgendem Urteil: „Ulrich Filler formuliert prägnante Repliken auf vorgetragene Kritik, während Josef Bordat präzise die theologischen und philosophischen Hintergründe (oder auch Unterstellungen) benennt. […] In Ihrer Unterschiedlichkeit sind beide Schriften aber jeweils für eine andere Zielgruppe […] empfehlenswert“.

Am Ende bekommt der Lepanto-Verlag, in dem Scaraffias Sammelband und meine drei Bücher „Sündenregister“, „Credo“ und „Gewissen“ erschienen sind, ein erfreuliches Sonderlob: „Wer […] einen guten Einblick und gleichzeitig einen umfassenden Überblick gewinnen möchte, dem seien die beiden Bücher von Bordat und Scaraffia (et al.) besonders empfohlen. Dass beide neueren Datums sind und vom Lepanto-Verlag herausgebracht werden, lässt von diesem Verlag auch für die Zukunft Gutes erwarten.“

Alle bibliographischen Daten finden Sie in der Sammelrezension von Peter van Briel auf der Seite der Karl-Leisner-Jugend.

(Josef Bordat)

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