Weihnachten im Stadion

21. Dezember 2012


Pfarrer Peter Müller wird am 23. Dezember um 19 Uhr die Geschichte von der Geburt Jesu Christi im Stall von Bethlehem vorlesen, anschließend zum Fürbittengebet einladen und zum Schluss den Segen spenden. Nichts allzu ungewöhnliches für einen Pfarrer, möchte man meinen, wenn man mal großzügig vom Termin absieht.

Doch nicht die Tatsache, dass Pfarrer Müller die Weihnachtsandacht einen Tag vor dem Heiligen Abend abhält, sondern dass sie im Stadion An der alten Försterei im Osten Berlins vor etwa 20.000 Menschen stattfinden wird, ist das Besondere, dass die Fans des Berliner Traditionsvereins FC Union statt ihrer Schlachtgesänge ganz besinnlich Stille Nacht und O du fröhliche intonieren werden.

„Weihnachtssingen“ heißt die Veranstaltung, die es seit 2003 gibt. Damals kamen ganze 89 „Eiserne“, 2011 waren es 17.000. In diesem Jahr ist sogar der Rundfunk Berlin-Brandenburg mit von der Partie und sendet am 25. Dezember einen halbstündigen Mitschnitt der Andacht, die – wie ein Fußballspiel – 90 Minuten dauert. Informationen zum „Weihnachtssingen“ findet man auf der Homepage des Fußball-Zweitligisten.

Weihnachten im Fußballstadion. Da bekommt das Adi Preißler-Diktum einen ganz neuen Sinn: Entscheidend is auf’m Platz!

(Josef Bordat)

Werbeanzeigen